Weidegemeinschaft Goißatäle

 

Unsere tierischen Landschaftspfleger

Von Frühjahr bis Spätherbst sind unsere Tiere durchgängig auf den Weiden. Nach der Ablammung im Winter im Stall werden sie, sobald es die Witterung und der Grasbestand zulässt, ausgetrieben. Unsere Weideflächen befinden sich auf den Gemarkungen der Stadt Wiesensteig und den Gemeinden Mühlhausen im Täle und Gruibingen. 

Bei den Weideflächen handelt es sich zum Großteil um schützenswerte Flächen wie Wacholderheiden und Magerrasen, auf denen viele seltene Tier- und Pflanzenarten nur noch hier einen lebenswerten Lebensraum finden. Neben seltenen Schmetterlings- und Heuschreckenarten, finden auch "exotische" Pflanzen wie heimische, aber sehr selten gewordene Orchideenarten eine Platz zum wachsen und gedeihen. Auch Feuchtbiotope werden mit den Tieren vor Verbuschung geschützt, sowie der neu geschaffene Hutewald am Sommerberg in Mühlhausen im Täle. Des weiteren beweiden und pflegen wir einige Ausgleichsflächen im Rahmen der Stuttgart 21 Baustelle.


Die Ziegen

Unser Ziegenbestand besteht aus rund 120 Mutterziegen, dabei handelt es sich  hauptsächlich um Burenziegen. Die Ziegen sind besonders wichtig um der Verbuschung und Wiederbewaldung entgegenzuwirken, die das Aus von Wacholderheide und Magerrasen und somit das Ende eines Lebensraumes für viele seltene Tier- und Pflanzenarten bedeuten würde.

Da die Ziegen die Sträucher und Stockausschläge fressen und deren Rinde abschälen, haben diese wenig Chancen sich auszubreiten und die Fläche wird offen gehalten und vor Verbuschung geschützt.



  • WP_20190425_18_52_26_Rich_LI
    WP_20190425_18_52_26_Rich_LI
  • WP_20180829_10_54_05_Rich
    WP_20180829_10_54_05_Rich
  • WP_20190430_14_53_09_Rich
    WP_20190430_14_53_09_Rich




Die Heidschnucken

Der Gründer der Weidegemeinschaft, Guido Jakob, begann schon vor über 40 Jahren mit der Haltung von Heidschnucken bei uns im Goißatäle. Mit ihnen begann er schon damals wichtige Naturschutzflächen zu beweiden. Die Heidschnucken waren zu dieser Zeit bei uns noch sehr unbekannt und somit eine echte Rarität.

Die ursprünglich aus der Lüneburger Heide stammende Rasse, wo sie auch heute noch ihr Hauptverbreitungsgebiet hat, wird dort zur Pflege der Heiden eingesetzt. Da sich die Heidschnucken auch für die Pflege der Wacholderheiden und Magerrasen bestens eigenen, weil sie auch mit weniger wertvollem und schmackhaftem Futter gut umgehen können, sind sie auch heute noch fester Bestandteil unserer Herde. Zur Zeit haben wir rund 100 Heidschnucken. 



  • WP_20190528_16_44_51_Pro
    WP_20190528_16_44_51_Pro
  • IMG_5445
    IMG_5445
  • WP_20190528_16_44_27_Pro_LI
    WP_20190528_16_44_27_Pro_LI




Die Schafe

Neben den Ziegen und Heidschnucken haben wir auch Coburger Fuchsschafe und Merinoschafe.

Coburger Fuchsschafe zählten bis vor ein paar Jahren noch zu den vom Aussterben bedrohten Tieren, da sie wirtschaftlich uninteressant waren. Heute hat man die Vorteile dieser alten, robusten Landschafrasse wiedererkannt und sie wird von immer mehr Haltern wieder gezüchtet und vermehrt in der Landschaftspflege eingesetzt. Nach der Übernahme durch die Inhaberin Christine Sigel 2017, kamen zu den Fuchsschafen auch einige Merinoschafe dazu. Zusammen haben wir rund 80 Muttertiere. 



  • WP_20190523_15_39_41_Rich_LI
    WP_20190523_15_39_41_Rich_LI
  • IMG-20190515-WA0003
    IMG-20190515-WA0003
  • WP_20190523_15_39_04_Rich_LI
    WP_20190523_15_39_04_Rich_LI




In der Regel sind unsere Tiere in 4 Gruppen aufgeteilt. Die Hälfte der Ziegen und die Heidschnucken bilden die erste "Landschaftspflege-Gruppe" und ist vor allem auf der Gemarkung der Stadt Wiesensteig unterwegs und hält die große Wacholderheide am Sterneck, zahlreiche Hänge hinter den Wohngebieten und Feuchtbiotope an der Todtsburg in Mühlhausen frei.

Die zweite Truppe besteht aus der anderen Hälfte der Ziegen und den Schafen. Diese weiden hauptsächlich auf den Gemarkungen Mühlhausen und Gruibingen und pflegen hier ebenfalls Wacholderheiden sowie Ausgleichsflächen der Deutschen Bahn im Rahmen der Stuttgart 21 Baustelle.

Alle Jungtiere werden, wenn sie alt genug sind, von den Muttertieren abgesetzt. Dabei werden sie aufgeteilt in die "Mädelstruppe" und die "Jungstruppe". Neben weiteren Naturschutzflächen dürfen diese vor allem saftigeres Gras im Tal genießen, während die Alttiere meistens an steilen Hängen weiden.

Durch die Weidegemeinschaft werden mittlerweile ca. 51 Hektar Magerrasen und Heideflächen beweidet. Ohne die Beweidung durch die Tiere würden die Heiden verbuschen und schließlich wieder zu Wald werden und wertvolle Habitate für selten gewordene Arten würden für immer verloren gehen, Somit leisten wir einen sehr wichtigen Beitrag zum Erhalt unsere Kulturlandschaft und sind ein wichtiger Partner des Naturschutzes und der Landschaftspflege.

Im Jahr 2015 wurde die Weidegemeinschaft mit dem Kulturlandschaftspreis des Heimatbundes ausgezeichnet.



  • 20190507_Hutewald
    20190507_Hutewald
  • WP_20180823_10_04_41_Rich
    WP_20180823_10_04_41_Rich
  • WP_20180727_09_37_03_Rich
    WP_20180727_09_37_03_Rich
  • Heidschnucken und Ziegen
    Heidschnucken und Ziegen
  • blauer Enzian
    blauer Enzian
  • Wacholderheide
    Wacholderheide
  • Ziegenkitze
    Ziegenkitze